Französische Küche – noch immer die Königin der Kochkunst
Adelige, die etwas auf sich hielten, hatten in der Vergangenheit einen französischen Koch, der die Feinheiten dieser einflussreichen Landesküche beherrschte. Essen gehörte in Frankreich schon immer zu den elementaren Bestandteilen des Lebens, ist ein Teil der französischen Kultur. Die Regionalküchen wie die der Champagne, wo auch der berühmte Champagner herstammt, oder des Elsass mit seinem Flammkuchen sind weltberühmt, die Weine Frankreichs zählen zu den Weltbesten.
Alte und neue Kochkunst, in Frankreich perfekt verbunden
Sehr beliebt war schon beim Adel die Pastete, am liebsten mit Wildbrett und Früchten oder aus Gänsestopfleber. Die etwas veränderte Zubereitung als Gänse- oder Schweinerillet gehörte eher zur Restverwertung und ist um die Weihnachtszeit inzwischen auch in Deutschland erhältlich – eine echte Delikatesse. Große Küchenkünstler wie der im achtzehnten Jahrhundert lebende Vincent de La Chapelle schrieben ihre Rezepte nieder und trugen so zur Verbreitung der Kochkunst der Franzosen bei, viele seiner Rezepte können auch heute noch problemlos nachgekocht werden, andere entsprechen nicht mehr dem Geschmack des einundzwanzigsten Jahrhunderts – wenn auch die Grundlagen noch immer dieselben sind. Eine typische französische Bauernmahlzeit war ein Stück Käse, etwas grobes Brot und dazu ein Schluck Wein, der zu den Grundnahrungsmitteln zählte und nicht als Alkohol galt. Versetzt mit Fruchten oder Gewürzen, alternativ mit Wasser verdünnt kam der Rebensaft auf den Tisch, den für den puren Genuss war er viel zu sauer. Aus dieser Tradition heraus hat sich Frankreich zum Käse- und Weinland entwickelt, es gibt inzwischen mehr als vierhundert verschiedenen Käsesorten.
Frankreich und seine Spezialitäten
Wer die französischen Spezialitäten aufzählen möchte, dem fällen in der Regel neben Käse und Pastete als erstes Croissant und Baguette ein. Über das Erfinderland das Croissant streiten noch heute die Nationen, denn die Österreicher nehmen genauso wie die Franzosen und die Ungarn den Ruhm für sich in Anspruch. Als gesichert gilt, dass ein halbmondförmiges Gebäck schon seit über tausend Jahren gebacken wird, vermutet wird die Erfindung als Ostergebäck in einem Kloster. Typisch für französischen Genuss der Haute Cuisine sind mehrgängige Menüs, bestehend aus Vorspeise, Zwischengericht, Hauptspeise und Dessert, Eintopfgerichte wie sie in der Champagne, dem Elsass oder auch in anderen Regionen vorkommen gehören eher in die ländliche Küche, wobei der Brotkorb auf dem Tisch nie fehlen darf.
Bild von Carmen Steiner